Drehorgel buchen in Rostock

Buchen Sie unsere liebevoll hergestellte Drehorgel mit dem ganz besonderen Charme der 1920er Jahre. Unser Leierkastenmann kann professionell mit seiner Drehorgel umgehen und ist ein Publikumsmagnet. Wenn man von Weitem die Klänge der Drehorgel hört, muss man einfach schauen, wo die Klänge herkommen.

Nachweislich ist die Drehorgel seit Beginn des 18. Jahrhunderts bereits als Instrument für Straßenmusiker und Gaukler bekannt. Drehorgeln wurden früher in Werkstätten gebaut, später von Orgel-Manufakturen. Unsere Violinopan Drehorgel kommt aus der bekannten Manufaktur Stüber aus Berlin.

Wenn Sie unsere Drehorgel buchen, kommt unser Leierkastenmann natürlich im Outfit der 20er Jahre, standardmässig im Streetworker Kostüm. Auf Wunsch sind natürlich auch andere Kostüme möglich, wie z.B. der Butler Look. Ebenso können Sie den Drehorgel Spieler auch im Corporate Identity Ihres Unternehmens buchen und für Ihre Gäste spielen lassen.

Wenn die Drehorgel aufgestellt ist, benötigt sie ca. 30 Minuten zur Akklimatisierung, bevor sie gespielt werden kann. Wir können auf der Drehorgel Märsche, Weihnachtslieder etc. spielen, welche von Rollen kommt. Der Drehorgelspieler und seine Drehorgel benötigen einen Platz von ca 1 x 2 m für Ihren Auftritt.

Die Drehorgel ist seit vielen Jahren erfolgreich unterwegs. Buchen Sie die Drehorgel für Kongresse, Tagungen, Messen, Geschäftseröffnungen, Jubiläen, Tag der offenen Tür oder andere Events. Sie können die Drehorgel auch für Filmproduktionen buchen.

Drehorgel buchen Rostock

Kennen Sie schon unsere anderen Künstler?

Informieren Sie sich auch zu den anderen Künstlern von NOSTALGIE ENTERTAINMENT. Vielleicht wären das zusätzliche Highlights für Ihre Veranstaltung in Rostock. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Geschichte von Rostock

Die slawischen Kyzziner nannten das Auseinanderfließen der Warnow rastokŭ. Dieser altpolabische Name lässt sich übersetzen in auseinander für roz und Fluss für tok.

Der Name hat sich leicht verändert; um 1165 wurde erstmals Rozstoc erwähnt. Die Burg wurde 1171 Urbs Rozstoc, das Castrum 1182 Rostoch genannt. Weitere Varianten: 1189: Rotstoc und Rotstoch, 1218 Rozstoc,1219 Roztoc, 1240 Rostok und um 1366 schließlich Rostock.

Historisch wurde Rostock auch latinisiert genannt als: Rhodopolis bzw. Rostochium.

Seit 1990 trug die Stadt den Namenszusatz Hansestadt. 2016 wurde durch das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns der Namenszusatz Hanse- und Universitätsstadt genehmigt.

Mittelalter

Rechts der Warnow, zwischen dem heutigen Dierkow und Gehlsdorf, sind ab dem 8. Jahrhundert slawische Handwerker- und Handelsplätze archäologisch belegt. Spätestens im 12. Jahrhundert existierte eine Fürstenburg der zum Stamm der Liutizen gehörenden Kessiner mit einer frühstädtischen Marktsiedlung. Diese wurde 1161 von dem mit den Sachsen verbündeten dänischen König Waldemar I. zerstört, nachdem der Abodritenfürst Niklot im Abwehrkampf gegen den Sachsenherzog Heinrich den Löwen südlich von Rostock bei der Burg Werle 1160 gefallen war. 1167 unterwarf sich Niklots Sohn Pribislaw Heinrich dem Löwen und wurde daraufhin von ihm mit einem großen Teil Westmecklenburgs belehnt. Um 1170 errichtete er mehrere Burgen neu, darunter Rostock, das sich neben der nahegelegenen Burg Kessin allmählich zu einem zweiten Schwerpunkt des Landes Mecklenburg entwickelte.

Noch im 12. Jahrhundert ließen sich auch auf dem hochgelegenen linken Warnowufer Handwerker und Kaufleute nieder, darunter Holsteiner, Sachsen, Westfalen, Dänen und Slawen. Diese Siedlung auf dem Hügel um die spätere Petrikirche und den Alten Markt bildete den Ausgangspunkt der Stadtwerdung Rostocks. Die erste urkundliche Erwähnung Rostocks war 1189, als Nikolaus den Mönchen des 1186 gegründeten Klosters Doberan Zollfreiheit auf dem Rostocker Markt gewährte.

Nach der Bestätigung des lübischen Stadtrechts durch Heinrich Borwin I. von 1218 folgte eine Erweiterung der Siedlung nach Süden mit der Nikolaikirche als Mittelpunkt. 1232 wurde die Marienkirche als Pfarrkirche einer selbstständigen Siedlung erwähnt, die sich westlich, jenseits eines Warnowzuflusses („Grube“), an die ältere Stadt anschloss und über einen eigenen Markt und ein Rathaus verfügte. Nach einer Ausdehnung in Richtung Westen über die Faule Grube entstand um 1252 die Neustadt als vierte eigenständige Siedlung, deren Mittelpunkt die Jakobikirche war. Von 1262 bis 1265 vereinigten sich die Siedlungen. Der mittlere Siedlungskern wurde zum Verwaltungszentrum der Stadt mit Stadtrat, Gericht und Rathaus.

Das Wendische Wyk rechts der Warnow erlebte einen Niedergang und Fürst Nikolaus verkaufte 1286 seinen dortigen Besitz an die Stadt. Auf der linken Warnowseite wuchs bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts die Stadt rasant an trotz der Stadtbrände 1250 und 1265. Gestärkt wurde Rostock durch den Erwerb von Rechten wie das Fischereirecht auf der Unterwarnow und den Kauf des Stadtforsts Rostocker Heide. Gleichzeitig entwickelte sich die Stadt zum Zentrum der Herrschaft Rostock. Mit dem Erwerb des Seehafens bei Warnemünde (Hohe Düne) 1264 und der Hundsburg bei Schmarl 1278 erlangte Rostock den angestrebten freien Zugang zur zwölf Kilometer entfernten Ostsee. Bereits 1251 hatte Rostock vom dänischen König Abel die gleichen Handelsprivilegien wie zuvor schon Lübeck erhalten.

Der rasche Aufstieg Rostocks zur bedeutendsten Stadt Mecklenburgs ging im 13. Jahrhundert mit dem Schwinden der Landes- und Stadtherrschaft der Herren von Rostock einher. Der Vogt verlor zunehmend an Einfluss gegenüber dem Stadtrat. Die Burgwälle in und um Rostock wurden abgetragen. Eine steinerne Stadtmauer entstand. Seit Ende des 13. Jahrhunderts führte soziale Konflikte zu Krisen und Machtkämpfen zwischen den Patrizierfamilien und der übrigen Stadtbevölkerung. Zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert kam es wiederholt zu Unruhen und Aufständen gegen den Stadtrat.

Der Rostocker Landfrieden 1283 markiert den Beginn des Wendischen Quartiers innerhalb der Hanse. Rostock nahm bis zum letzten Hansetag 1669 eine führende Rolle in dem Städtebündnis ein und konkurrierte mit Stralsund um die Rolle der bedeutendsten Stadt in der Ostsee hinter Lübeck. Von erheblicher Bedeutung für den hanseatischen Handel Rostocks waren die Rigafahrer und der Heringshandel der Schonenfahrer auf der Schonischen Messe auf der Halbinsel Skanör-Falsterbo in Schonen, wo Rostock eine eigene Vitte unterhielt. Hinsichtlich des Handels mit Norwegen konzentrierten sich die Rostocker Wieckfahrer auf die Kontrolle der Niederlassungen (Faktoreien) in Oslo und Tønsberg. Große Bedeutung hatte daneben anfangs die Gotlandfahrt nach Visby. Das einzige eigene Produkt, das Rostock in beträchtlichem Umfang ausführte, war Bier.

1323 hatten die Bemühungen, das Städtchen Warnemünde ganz zu erwerben, Erfolg. 1325 erhielt die Stadt das Münzrecht von Heinrich II. und erlangte 1358 die volle Gerichtsbarkeit. Damit war die Hansestadt auf dem Gipfel ihrer Autonomie und ihrer sowohl wirtschaftlichen als auch kulturellen Blüte angelangt. Mit etwa 14.000 Einwohnern um 1410 war Rostock eine der größten Städte in Norddeutschland.

1419 wurde die Universität gegründet. Nach der Verhängung von Bann und Interdikt über die Stadt verließ die Universität von 1437 bis 1443 Rostock in Richtung Greifswald, wo 1456 offiziell eine eigene Universität gegründet wurde. Spätere Spannungen zwischen Stadt bzw. Landesherren und Universität hatten zwei weitere Auszüge 1487 nach Wismar und Lübeck und 1760 nach Bützow zur Folge.

Als Kirche der Mittelstadt entwickelte sich St. Marien zur Haupt- und Ratskirche Rostocks, deren Kirchenpatronat beim Landesherrn lag und der zuständige Bischof hatte seinen Sitz im Bistum Schwerin. Neben den vier Pfarrkirchen Marien-, Jakobi-, Petri- und Nikolaikirche gab es innerhalb der Stadtbefestigung das Katharinenkloster der Franziskaner, das Johanniskloster der Dominikaner und das Zisterzienserinnenkloster Zum Heiligen Kreuz. Darüber hinaus entstanden das Heilig-Geist- und das St.-Georg-Hospital als Stiftungen. Im 14. und 15. Jahrhundert kamen das sogenannte Michaeliskloster der Brüder vom gemeinsamen Leben, das Kartäuserkloster Marienehe außerhalb der Stadt, das Gertrudenhospital vor dem Kröpeliner Tor sowie einige andere Stiftungen hinzu.

Frühe Neuzeit

Die Reformation ging in Rostock von der Petrikirche aus, an der Joachim Slüter seit 1523 als Kaplan wirkte. Überraschend gab der Rat im April 1531 seinen Widerstand auf und erklärte die Lehren Martin Luthers in allen vier Hauptpfarrkirchen für verbindlich. Die Universität sowie die Klöster zum Heiligen Kreuz, St. Johannis und die Kartause in Marienehe blieben der alten Lehre dagegen treu.

Im Juni 1549 setzte Johann Albrecht I. das lutherische Bekenntnis für alle Landstände durch und löste 1552 fast sämtliche mecklenburgischen Klöster auf. In Rostock widersetzte sich das Nonnenkloster zum Heiligen Kreuz noch lange der Reformation, bis es zum Damenstift der stadtbürgerlichen Oberschicht umgewandelt wurde. Die Kartause Marienehe wurde 1552 gewaltsam aufgehoben.

1523 schlossen sich die Landstände zusammen und traten den Landesherren selbstbewusst gegenüber. Während der Grafenfehde 1534 kam es erneut zu Unruhen und der Stadtrat musste einen aus 64 Kaufleuten und Handwerkern zusammengesetzten Bürgerrat anerkennen. Als der Krieg 1535 mit einer Niederlage gegen Dänemark endete, wurden die alten Verhältnisse ohne nennenswerte Gegenwehr wiederhergestellt, in Zukunft sollte der Rat sich aber in allen strittigen Fällen Bürgerausschüssen gegenübersehen. 1562 bis 1565 wurde ein Sechzigerrat dem Stadtrat gleichberechtigt zur Seite gestellt und trotzte diesem erneut einen Bürgerbrief ab. Nachdem die Stadt ihm den formalen Huldigungseid verweigert hatte, hielt der mit dem Rat verbündete Johann Albrecht I. mit bewaffneten Kräften Einzug in Rostock, löste die Sechziger auf und vernichtete den Bürgerbrief. Anfang 1566 wurden das Steintor und die südliche Stadtmauer niedergerissen und eine Festung vor der Stadt errichtet. Erst mit den Rostocker Erbverträgen von 1573 (Erster Rostocker Erbvertrag) und 1584 wurde der schwelende Konflikt zwischen Stadt und Landesherrn beigelegt. Rostock erkannte insbesondere hinsichtlich der Gerichtsbarkeit und der Steuerzahlung die landesherrliche Oberhoheit des Herzogs an. Rostocks Bemühungen, die Reichsunmittelbarkeit zu erlangen, waren damit endgültig gescheitert, das Steintor konnte jedoch wieder aufgebaut und die herzogliche Festung geschleift werden. 1583/84 wurde neben dem weiterhin von ratsfähigen Patriziern gestellten Rat ein neuer Bürgerausschuss eingerichtet, das Hundertmänner-Kollegium, das sich aus 40 Brauherren, 20 weiteren Kaufleuten und 40 Handwerkern zusammensetzte. Nach mehreren Jahrhunderten voller Unruhen war damit erstmals langfristig eine innere Befriedung der Stadt erreicht. Anders als bei früheren Bürgerausschüssen gelang es den Landesherren kaum noch, den Rat und das Kollegium gegeneinander auszuspielen, wenngleich die Zusammenarbeit beider Gremien nicht immer spannungsfrei verlief.

Rund 14.000 Einwohner, gut 800 Giebelhäuser und etwa 250 bis 300 Brauhäuser waren Ende des 16. Jahrhunderts Ausdruck eines Wohlstands. Die Wirtschaft war völlig vom Seehandel und dem Brauwesen bestimmt.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) führte unwiderruflich das Ende der Hanse herbei. Zunächst war Mecklenburg kaum vom Krieg betroffen, doch mit dem Kriegseintritt Dänemarks griff der Krieg auf Norddeutschland über und die Kriegshandlungen erreichten 1627 Mecklenburg. Wallenstein besetzte die Stadt mit einem 1000 Mann starken Heer und baute sie zur Garnisonsstadt aus. In Warnemünde wurde eine Schanze angelegt, um den Hafen behaupten zu können. 1631 endete die kaiserliche Besetzung von Rostock und die „Schwedenzeit“ begann. Für Rostock blieb auch dieser Machtwechsel ohne größere Folgen, so erlebte etwa die Universität trotz der unruhigen Zeiten eine Blüte. Waren das Land und die Dörfer Mecklenburgs Gewalt und Plünderungen der Soldateska wehrlos ausgesetzt, boten die Rostocker Stadtmauern vielen Flüchtlingen Schutz. Der Seehandel Rostocks ging allerdings drastisch zurück. Am schwersten traf die Stadt ein von den mecklenburgischen Herzögen den Schweden zugebilligter Zoll vor Warnemünde.

In eine Phase der Stagnation nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel der verheerende Stadtbrand von 1677. Fast die gesamte Altstadt und ein beträchtlicher Teil der nördlichen Mittelstadt fielen den Flammen zum Opfer. Insgesamt war ein Drittel sämtlicher Gebäude der Stadt zerstört worden – etwa 700 Häuser und Buden. Besonders schwer wog, dass das Zentrum des Rostocker Brauwesens in den zum Hafen führenden Straßen zerstört worden war. Die Zahl der Brauhäuser sank von knapp 200 auf unter 100, die Einwohnerzahl, die Ende des 16. Jahrhunderts 14.000 betragen hatte, ging auf 5000 zurück.

Der Große Nordische Krieg von 1700 bis 1721 brachte eine weitere Verschlechterung der Handelsverbindungen mit sich und führte zu Plünderungen durch dänische und schwedische Truppen.

Auch der Siebenjährige Krieg zeichnete die Stadt, die von 1758 bis 1762 brandenburgisch besetzt war. Darüber hinaus nutzten die absolutistischen Fürsten die Schwäche Rostocks aus und sicherten sich in dieser Zeit ihre Macht langfristig mit den Landesherrlichen Erbverträgen von 1755 und 1788. Seit 1702 zeitweise Residenz der Herzöge, war Rostock endgültig zu einer mecklenburgischen Landstadt geworden. Die Universität versank im 18. Jahrhundert in die Bedeutungslosigkeit und hatte zudem noch mit einer von 1760 bis 1789 bestehenden herzoglichen Universität im benachbarten Bützow zu konkurrieren. Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann langsam der Wiederaufstieg Rostocks.

19. Jahrhundert

Die mecklenburgische bürgerlich-liberale Opposition der Märzrevolution gegen den politisch von adligen Gutsbesitzern dominierten Ständestaat sammelte sich 1847/48 um die Rostocker Redaktion der Mecklenburgischen Blätter und der Rostocker Zeitung. Im November 1848 gegründeten sich zudem der gemäßigte Arbeiterverein. Das alte Ratssystem wurde 1848 reformiert. Nach 30 Monaten setzte der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin jedoch das alte Hundertmännergremium wieder ein.

Der Seehandel Rostocks wuchs im 19. Jahrhundert stetig an und blieb die wirtschaftliche Triebfeder der Stadt. Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte Rostock über die größte Handelsflotte im Ostseeraum, deren Schiffe zumeist in heimischen Werften gebaut wurden. Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz erhielt Rostock 1850.

Durch das norddeutsche Gesetz über die Freizügigkeit vom 1. November 1867 galt Januar 1868 im gesamten Bundesgebiet Niederlassungsfreiheit, so fiel auch Rostocks seit 1350 aufrechterhaltenes Verbot für Juden, im Weichbild der Stadt Niederlassung und Erwerb zu suchen. Erst die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte der Stadt mit der Gewerbefreiheit und der umfassenden Industrialisierung einen neuen Reichtum. 1890 entstand als erster industrieller Großbetrieb Mecklenburgs die Actien-Gesellschaft „Neptun“ Schiffswerft und Maschinenfabrik in Rostock, die heutige Neptun-Werft. Andere wachsende Wirtschaftszweige waren die chemische Industrie, der Landmaschinenbau sowie das Bauwesen und Dienstleistungsunternehmen. Warnemünde entwickelte sich in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Seekurorte in Deutschland. Mit der Reichsgründung 1871 begann auch in Rostock der dynamische Entwicklungsprozess der Gründerzeit, allerdings blieb Rostock in seiner Entwicklung hinter den meisten deutschen Städten vergleichbarer Größe zurück.

Seit 1830 begann Rostock erstmals über das Gebiet der mittelalterlichen Stadtmauergrenzen hinauszuwachsen. Viele Stadttore wurden im Zuge der Entfestigung der Stadt im 19. Jahrhundert abgetragen. Auch der Zwinger, der als Wehrturm vor dem Steintor stand, wurde 1849 von preußischen Pionieren gesprengt.

Wilhelm II. besuchte am 10. August das seinen Namen tragende Regiment, Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 90, zu dessen 125. Geburtstag, sowie das Rathaus, die Marienkirche und die Universität.

Erster bis Zweiter Weltkrieg

Die Not des Ersten Weltkriegs hatte Unruhen und Streiks der Zivilbevölkerung zur Folge. Drei Tage nach dem Kieler Matrosenaufstand gründeten 1500 Matrosen, Infanteristen und Landsturmleute am 6. November 1918 einen Soldatenrat. Die Arbeiter der Neptunwerft, der Munitionsfabrik Dolberg und anderer Betriebe erklärten sich solidarisch und bildeten einen Tag später einen Arbeiterrat.

Nach der Wirtschaftskrise in der Zeit der Weimarer Republik konnte vor allem der Flugzeugbau in Warnemünde mit den beiden Anfang der 1920er Jahre gegründeten Unternehmen Heinkel und Arado neue Impulse geben. Wichtigstes Industrieunternehmen blieb die Neptun-Werft.

Mit der Gleichschaltung der Länder wurden sämtliche KPD-Mandate aufgehoben und die Stadtverordnetenversammlung auf der Grundlage der nicht mehr als Freie Wahl frei geltenden Reichstagswahl vom März 1933 neu zusammengesetzt, bei der die NSDAP in Rostock mit 35,5 % stärkste Partei geworden war. Da einige bürgerliche Parteien die Wahlinszenierung über die Besetzung der zugewiesenen Mandate boykottierten und die DVP und der Christlich-Soziale Volksdienst ihre Mandate auf die NSDAP übertrugen, setzte sich der neue Stadtrat aus 15 Abgeordneten der NSDAP, 12 der SPD und 8 der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot zusammen. Unmittelbar nach dem Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 und dem reichsweiten Verbot der SPD am 22. Juni 1933 bestand der Stadtrat ausschließlich aus Nationalsozialisten. Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurden 31 Ämter mit „politisch zuverlässigen“ Personen neu besetzt, Sympathisanten der SPD oder KPD wurden vom Dienst entfernt. Da es der NSDAP an geeigneten Verwaltungsfachleuten mangelte, konnte der konservative Oberbürgermeister Robert Grabow (DNVP) zunächst nicht ersetzt werden, bis Walter Volgmann (NSDAP) im April 1935 sein Amt übernahm. Gleichzeitig wurde durch die Deutsche Gemeindeordnung die Stadtverordnetenversammlung.

Der Auftakt zum Judenboykott erfolgte in Rostock bereits am 30. März 1933 mit der Postierung von SA-Leuten vor jüdischen Geschäften und setzte sich am Folgetag mit einer Großkundgebung auf der Reiferbahn fort. Von 1938 bis Mitte 1939 fand die Verdrängung jüdischer Unternehmen ihren Abschluss. Im Rahmen der Polenaktion wurden am 28. Oktober 1938 insgesamt 37 Juden nach Polen abgeschoben. Beim Novemberpogrom 1938 brannte die Synagoge. 64 von der Gestapo verhaftete Juden wurden unter erschwerten Haftbedingungen in die Strafanstalt Altstrelitz eingewiesen. Von den bei Kriegsbeginn noch 70 in Rostock lebenden Juden überlebten nur 14. Die meisten wurden 1942/43 in Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. An einige der Opfer erinnern heute in den Boden eingelassene Gedenksteine (siehe auch: Liste der Denk- und Stolpersteine in Rostock).

Die Aufrüstung der Wehrmacht brachte Rostock einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung. 1935 hatte Rostock erstmals 100.000 Einwohner.

Während des Zweiten Weltkriegs fanden in den Rüstungsbetrieben Dienstverpflichtungen der einheimischen Bevölkerung, ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sowie Häftlinge aus dem Konzentrationslager Ravensbrück statt.

Als Zentrum der Rüstungsindustrie des Dritten Reichs wurde Rostock 1940 Ziel von Luftangriffen der Royal Air Force. Besonders schwere Flächenbombardements trafen die Stadt am 23./24. und am 26./27. April 1942 („Viertagebombardement“), bei denen die Rüstungsbetriebe und die Innenstadt das Ziel waren. Es folgten Luftangriffe im Mai und Oktober 1942, im April 1943 und April 1944. Am Ende des Krieges waren von den 10.535 Wohnhäusern 2611 vollständig zerstört, weitere 6735 beschädigt.

Am 1. Mai 1945 wurde Rostock durch die Rote Armee, die über die Petribrücke einrückte, nahezu kampflos besetzt. Der Oberbürgermeister mit Familie und der Bürgermeister nahmen sich das Leben. Es kam zu Plünderungen, Diebstählen und Vergewaltigungen.

1945 bis 1990

Im August 1945 brachen Typhus und Diphtherie, im November auch Flecktyphus in der Stadt aus. Bei Kriegsende waren nur noch 69.000 Menschen in Rostock verblieben. Durch Kriegsheimkehrer und Vertriebene stieg die Einwohnerzahl bis 1950 wieder auf den Vorkriegsstand.

Nicht nur Großbetriebe waren den Demontagen durch die Besatzungsmacht unterworfen, sondern auch zahlreiche mittelständische Unternehmen.

Bei der ersten freien Wahl in der Sowjetischen Besatzungszone, der Kommunalwahl am 15. September 1946, erhielt die SED 48,87 %, die LDPD 27,7 %, die CDU 20,5 % und der Frauenausschuss 1,98 % der Stimmen. Der Oberbürgermeisters Albert Schulz, (SED, davor SPD), der die Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED kritisierte trat im Sommer 1949 zurück und floh. Ideologische und ökonomische Repressionen wie die besonders Warnemünde treffende Aktion Rose sowie die massenhafte Flucht in den Westen führten zu Unzufriedenheit, die auch in Rostock am 17. Juni 1953 in Streiks und Demonstrationen der Arbeiter mündete.

1952 war Rostock durch die Verwaltungsreform zur Bezirksstadt geworden. Die Stadt wurde systematisch aufgewertet, etwa mit der ab 1955 ausgerichteten Ostseewoche, die nach der Leipziger Messe die wichtigste Großveranstaltung der DDR mit internationalem Akzent wurde. In den Folgejahren entwickelte sich die Stadt zum Schiffbau- und Schifffahrtszentrum der DDR. Neben den Werften entstanden 1949 das Dieselmotorenwerk (DMR), 1950 das spätere Fischkombinat und 1952 die Deutsche Seereederei Rostock (DSR). Zwischen 1957 und 1960 entstand der Überseehafen Rostock.

1949 begann der Wiederaufbau der sehr stark zerstörten Innenstadt zwischen Marienkirche und Grubenstraße. 1948 war die westliche Stadtmauer zwischen Kröpeliner Tor und Fischerbastion abgerissen worden. Mit der Langen Straße in der Innenstadt und einem Neubaugebiet in Reutershagen im Stil des sozialistischen Klassizismus wurden ab 1953 die ersten Projekte des Wiederaufbaus realisiert. 1960 wurden die kriegsbeschädigte Jakobikirche, das beschädigte Petritor mit Teilen der östlichen Stadtmauer und das teilweise zerstörte Rostocker Stadttheater (1895–1942) am Steintor abgerissen.

Bis 1988 wuchs die Stadt auf über 250.000 Einwohner an. Ab Mitte der 1960er Jahre wurden neue Stadtteile in industrieller Plattenbauweise mit insgesamt 54.000 Wohnungen gebaut, in der dann mehr als die Hälfte aller Rostocker lebten. Viele Altbauten in der Innenstadt wurden dagegen dem Verfall preisgegeben. Die nördliche Altstadt, wo die Kriegsschäden nur dürftig repariert worden waren, wurde Anfang der 1980er Jahre nahezu komplett abgerissen und einige Jahre später durch Plattenbauten ersetzt.

Ab 1989/90

Während der Umbruchszeit 1989 waren die Rostocker Kirchen Anlaufstellen oppositioneller Kräfte, die sich in der Marienkirche zu Mahngottesdiensten unter der Leitung von Pastor Joachim Gauck versammelten. Die erste Donnerstagsdemonstration fand am 19. Oktober statt. Ende November wurde in Rostock ein Runder Tisch gebildet, um aktiv den politischen Umbruch mitzugestalten.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung 1990 hatte die Stadt mit enormen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und erlebte einen starken Bevölkerungsrückgang um ungefähr 50.000 Einwohner, der erst nach 2000 zum Stillstand kam. Als ein Tiefpunkt dieser Zeit müssen die ausländerfeindlichen Ausschreitungen von Lichtenhagen im August 1992 gewertet werden, an denen sich mehrere hundert teilweise extremistische Randalierer und bis zu 3000 applaudierende Zuschauer beteiligten, und die als die massivsten rassistisch motivierten Übergriffe der deutschen Nachkriegsgeschichte gelten.

Rostock richtete 2003 die Internationale Gartenschau (IGA) aus und unterhält auf dem Gelände seitdem unter anderem eine Kongress- und Messehalle. Eine gemeinsame Bewerbung mit Leipzig um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2012 misslang 2004 schon in der internationalen Vorauswahl durch das IOC. Im Juni fand der G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 im westlich gelegenen Seebad Heiligendamm statt. Im September 2012 wurde mit dem Darwineum eine Evolutionsausstellung im Rostocker Zoo eröffnet. 2018 feierte die Stadt das Doppeljubiläum 800 Jahre Rostock und 600 Jahre Universität.[28] Anlässlich dieses Jubiläums gab die Deutsche Post AG eine Sonderbriefmarke im Nennwert von 70 Eurocent heraus.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rostock#Geschichte